Enercon E70



Darum geht es

Das obige Bild zeigt die vom Investor beantragte Anlage für die Vorrangfläche "Im Storm" in Oerlinghausen- Währentrup.

Nabenhöhe: 113 m
Rotordurchmesser: 71 m
Gesamthöhe: 149 m und damit nur 8 m niedriger als der Kölner Dom (157 m)

Ausgewiesen wurde die Vorrangfläche mit der Auflage einer maximalen Nabenhöhe von 65 m. Bei den heute verfügbaren Modellen bedeutet das eine Gesamthöhe zwischen 90 m und 100 m.

Beantragt wurde die oben genannte Anlage mit der Gesamthöhe von 149 m, was zu einiger Empörung seitens der betroffenen Bürger geführt hat. Man hatte sich schließlich auf die 1997 durch die Stadt Oerlinghausen beschlossene Höhenauflage verlassen.

Wo genau soll die Anlage stehen?

Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Oerlinghausen



Die Planungen gehen davon aus, die WKA in dem Vorranggebiet "Im Storm" aufzustellen (Grau schraffierte Fläche). Dieses Gelände befindet sich am Ende der Straße "Im Storm" in einer kleinen Talsenke, umgeben von zwei bewaldeten Hügelzügen. Der Bereich ist ein Naherholungsgebiet mit viel genutzten Wanderwegen sowie Pferdeweiden. Die Entfernung zum nächsten reinen Wohngebiet ist deutlich weniger als 500 m Luftlinie.

Und so könnte das Ganze aussehen

Sicht: Am Iberg



Das obige Bild versucht die beantragte 149 m hohe Anlage aus dem Blickwinkel der Straße "Am Iberg" zu simulieren. Im Vordergrund ist der Iberg zu sehen. Die Anlage wird aus dieser Perspektive teilweise vom Wald verdeckt. Da es sich um Laubwald handelt, wird die Raumbedeutsamkeit der Anlage im Winter aufgrund des Blätterfalls zunehmen.

Aber auch schon so wird deutlich, wie belastend eine solch große Industrieanlage auf das angrenzende Währentrup wirkt. Man kann sich vorstellen, welchen Belastungen durch Lärm und Schattenwurf die Anwohner ausgesetzt werden.

Die Siedlung "Am Iberg" ist die der Anlage am nächsten gelegene Wohnbebauung. Der Abstand der WKA zu den ersten Häusern beträgt deutlich weniger als 500 m, obwohl selbst im alten NRW Winderlass von 2002 ein Abstand von 500 m - 700 m empfohlen wird. Wegen der unverhältnismäßig geringen Nähe und der großen Höhe der Anlage dürften die Schall- und Schattenemissionen sich stetig an den oberen Grenzwerten bewegen. Durch diese Beeinträchtigungen gehen grobe Schätzungen von einem Wertverlust der Immobilien, die der Anlage am nächsten stehen, von € 2 Mio. bis € 3 Mio. aus.

Aufgrund der Lage der Vorrangfläche und der beantragten Höhe wird die geplante Anlage allerdings weit über Währentrup hinaus das zukünftige Landschaftsbild dominieren. Falls die beantragte Anlage genehmigt wird, wird diese selbst von Oerlinghausen aus gut sichtbar sein.

Bei der Ausweisung der Vorrangfläche wurde bisher weitestgehend der Artenschutz außer Acht gelassen (wozu die Gemeinde auch nicht ausdrücklich verpflichtet ist). Langjährige Beobachtungen haben allerdings gezeigt, dass die Anlage genau in der Zugrichtung der EU-rechtlich geschützten Kraniche liegt. Daher sind Verscheuchung und Totschlag von Tieren nicht auszuschließen .

Weiterhin leben und brüten in unmittelbarer Umgebung zur geplanten Anlage zwei Rotmilan Pärchen, die ebenfalls durch die EU geschützt sind. Aufgrund dieser Tatsache hat unsere Bürgerinitiative die Stadt Oerlinghausen aufgefordert, ein ornithologisches Gutachten anfertigen zu lassen.

Eine weitere Problematik könnte sich hinsichtlich der Pferdehöfe in Währentrup ergeben. Im näheren Umkreis der Anlage liegen vier Höfe, die Pferdewirtschaft betreiben. Pferde reagieren auf Windkraftanlagen. Dies ist hauptsächlich auf die Rotorbewegung als optische Reizung und den Infraschall zurück zu führen. Im Umkreis von Windkraftanlagen wurde vermehrt beobachtet, dass Pferde panisch reagierten und teilweise einfach durchgingen. Hier entsteht also eine erhebliche Gefahr für Tier und Reiter, als auch für die Existenzen der Höfe.

Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, die beschlossene Höhenauflage für die Vorrangfläche von 65 m unbedingt beizubehalten, um die Belastungen durch die geplante Windkraftanlage für Mensch, Tier und Natur in einem akzeptablen Rahmen zu halten.